Druckfrisch: Alter(n) in Wissenschaftsorganisationen – Wissenschaftskarriere eine Frage von Altersgrenzen?

Mit der sich wandelnden Altersstruktur der Gesellschaft einher geht die Forderung aus Wissenschaft und Politik, die Potenziale des Alterns zu erkennen und nicht länger an tradierten Alternsnormen und -bildern festzuhalten: „Jünger“ heißt nicht automatisch „leistungsfähiger“. Gerade im Wissenschaftssystem mit seinen zahlreichen befristeten Stellen ist das Alter aber nach wie vor ein bedeutender Faktor, wenn es um die eigene Lebens- und Karriereplanung geht.

Der Sammelband „Grenzüberschreitungen im Kompetenzmanagement“, herausgegeben von Ralf Knackstedt, Kristin Kutzner, Miriam Sitter und Inga Truschkat, erscheint mit einem Beitrag von Wibke Frey und Svea Korff zum Thema „Alter(n) in Wissenschaftsorganisationen – Wissenschaftskarriere eine Frage von Altersgrenzen?“ (S. 109-126).

Der Beitrag geht der Frage nach, welche Altersnormen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Übergangsphase von der Promotion zur Professur inkorporiert haben und welche Auswirkungen dies auf ihre praktische Tätigkeit in Forschung und Lehre hat. Hierfür wurden neun Gruppendiskussionen mit Postdocs ausgewertet und so Einblicke in an Status- und Altersgrenzen orientierte Lebens- und Karriereplanungen im Wissenschaftssystem gewonnen.

Druckfrisch: Biografische Konstruktionen zur Ambivalenz von Hochschulzugang und Fluchthintergrund

Der sechste Band „Biografische Konstruktionen zur Ambivalenz von Hochschulzugang und Fluchthintergrund“ von Sonja Klaus ist in der Buchreihe „Wissenschaft – Hochschule – Bildung“ des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ im Springer VS Verlag erschienen (Download Product Flyer)!

Der Zugang zu Hochschulbildung stellt sich für Personen mit Fluchterfahrung als äußerst begrenzt dar. Im hochschulpolitischen Diskurs, wie auch in der sozialwissenschaftlichen Forschung, werden die spezifischen Problemlagen Fluchterfahrener bisher kaum wahrgenommen. Betroffene müssen strukturelle Herausforderungen biographisch bearbeiten und bewältigen, wenn sie die Ambivalenzen von Flüchtlings- und Studierendenstatus überwinden wollen. Mit der Analyse narrativer Interviews verweist Sonja Klaus auf die strukturellen Problemlagen von Hochschulen, Studienoptionen für eine bisher unbeachtete Gruppierung nicht-traditioneller Studierender zu ermöglichen.

Druckfrisch: Vertrauen in die Wissenschaftskarriere

Der fünte Band „Vertrauen in die Wissenschaftkarriere“ von Manuela Tischler ist in der Buchreihe „Wissenschaft – Hochschule – Bildung“ des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ im Springer VS Verlag erschienen (Download Product Flyer)!

Karrieren in der Wissenschaft gelten als nur schwer planbar. Manuela Tischler beleuchtet die Ressourcen und Rahmenbedingungen, die den Nachwuchswissenschaftlern dabei helfen, mit der Unsicherheit auf dem wissenschaftlichen Qualifizierungsweg umzugehen. Ein zentraler Befund der empirischen Studie ist, dass Vertrauen für die Jungforscher als zentrale Ressource fungiert, um die Ungewissheit tolerieren zu können. Die Entstehung eines Vertrauens in den wissenschaftlichen Karriereweg ist gemäß den Befunden der Autorin durch ein komplexes Ursachengeflecht bedingt, wobei personenbezogenen Einflüssen eine Schlüsselrolle zukommt. Demnach können interpersonale Vertrauenserfahrungen auf dem wissenschaftlichen Qualifizierungsweg als Katalysatoren für die Entwicklung eines Karrierevertrauens betrachtet werden, die auch die Verweilabsichten der Jungforscher in der Wissenschaft beeinflussen.

Druckfrisch: Hochschule – Geschlecht – Fachkultur

Der vierte Band „Hochschule – Geschlecht – Fachkultur“ von Michaela Quente ist in der Buchreihe „Wissenschaft – Hochschule – Bildung“ des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ im Springer VS Verlag erschienen (Download Product Flyer)!

Michaela Quente befasst sich mit den Studienmotivationen, Erfahrungen und Haltungen von Studierenden in Bezug auf die Dimension Geschlecht. Tatsächlich erweisen sich die Geschlechterverhältnisse in einigen Fachkulturen und das entsprechende Fachwahlverhalten durch junge Frauen und Männer über die Jahrzehnte als äußerst stabil. Die Autorin fragt nach den subjektiven Entwürfen männlicher und weiblicher Studierender, welche sich für ein Studienfach entschieden haben, das geschlechterorientiert konnotiert ist. Die Ergebnisse liefern einen Einblick, wie tiefsitzend und fast völlig unhinterfragt die traditionellen Denkgewohnheiten auch bei den gegen sie handelnden Personen und ihrem Umfeld verankert sind und wie stark sie sich an bestimmten Schaltstellen auswirken – aber auch, dass selbst mit wenig Aufwand zu betreibende Anstrengungen Veränderungen verursachen können.

Perspektive Promotion? Eine hochschulübergreifende Informationsveranstaltung

Sie befinden sich in der Endphase Ihres Studiums oder arbeiten bereits im wissenschaftlichen Mittelbau und überlegen, ob Sie dem Hochschulabschluss eine Promotion folgen lassen sollen? Vielleicht hat Ihnen auch Ihr Professor oder Ihre Professorin bereits eine Promotion nahegelegt? Die Entscheidung für oder gegen eine Promotion hängt nicht nur vom geeigneten Thema ab, sondern auch von der Klärung einer Vielfalt organisatorischer und persönlicher Fragen. Was will ich mit der Promotion erreichen? Welcher Promotionsweg ist der richtige für mich? Wie finde ich ein Thema und eine Betreuungsperson? Welche Formalitäten muss ich berücksichtigen (Zulassung, Status, Vereinbarungen etc.)? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es? Und wo kann ich Unterstützung finden? Promotionsinteressierte und Promovierende sind herzlich eingeladen.

Wann: Mittwoch, 5. Juni 2019 von 14 bis 16 Uhr
Wo: Universität Hildesheim, Forum – N006
Programm: https://www.uni-hildesheim.de/forschung/wissenschaftlicher-nachwuchs/perspektive-promotion/

Das Veranstaltungsteam: Meike Sophia Baader, Svea Korff und Markus Weißhaupt

Stelle als studentische Hilfskraft zu besetzen

Im Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Institute für Sozial- und Organisationspädagogik und für Erziehungswissenschaft – Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim ist die Stelle einer studentischen Hilfskraft (20 Std./Monat für 6 Monate) zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen. Interessierte richten Ihre Bewerbung bitte bis zum 15. Juni an Dr. Svea Korff (E-Mail: korffs@uni-hildesheim.de).

Ausschreibung [PDF]

Dritter Hildesheimer Dialog am 10. Mai 2019 zum Thema „Hildesheimer Hochschulforschung“

Der dritte Hildesheimer Dialog steht ganz im Zeichen des regionalen Austauschs rund um das Forschungsgebiet „Wissenschaft und Hochschule im Fokus der empirischen Bildungsforschung“. Der Dialog hat zum Ziel einen Austausch zwischen Hochschulforscherinnen und Hochschulforschern über die Vielfalt von Themen, Fragestellungen und methodischen Zugängen der aktuell geförderten Forschungsprojekte in Hildesheim zu initiieren. Im Fokus stehen folgende Fragen: Wie gestaltet sich das Wechselspiel zwischen Anerkennung und Marginalisierung im Hochschularbeitsalltag von Professorinnen? Wie wird sexualisierte Gewalt an Hochschulen in der Lehre und der Organisation thematisiert? Welche Bewertungspraktiken finden in Lehr- und Lernsettings der Promotionsbetreuung Anwendung? Wie gestalten sich die Promotionsbedingungen, Karriereabsichten und Karriereverläufe von Promovierenden und Promovierten? Wie reagieren Lehrende auf aktuelle Anforderungen in der „modernisierten“ Hochschule?

Weitere Informationen [LINK]

Zeitschrift GENDER beruft Dr. Marion Kamphans in den Beirat

Die Hildesheimer Wissenschaftlerin Marion Kamphans wurde von den Herausgeberinnen der GENDER Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft als neues Beiratsmitglied der Zeitschrift für den Zeitraum von 2019 bis 2025 berufen. Damit ist sie die zweite Wissenschaftlerin aus dem Forschungscluster „Hochschule und Bildung“, die die Zeitschrift GENDER unterstützt. Die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin und Professorin Dr. Meike S. Baader ist bereits langjähriges Beiratsmitglied der Zeitschrift Gender.

Die Zeitschrift Gender wurde im Jahr 2009 gegründet und erscheint dreimal jährlich im renommierten Barbara Budrich Verlag. Sie zählt zu den zentralen wissenschaftlichen Journalen der deutschsprachigen Frauen- und Geschlechterforschung. Sie greift wissenschaftliche Themen zu Gleichheit und Gerechtigkeit und veröffentlicht Studien zu Inszenierungen und kulturellen Deutungen von Geschlecht. Die Artikel in den beiden Teilen der Zeitschrift – im Schwerpunktthema und im so genannten Offenen Teil – werden nach internationalen Standards guter wissenschaftlicher Praxis im doppelblinden Peer-Review-Verfahren begutachtet.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen sind die Mitglieder des Beirates. Ihre Aufgabe ist es, die Herausgeberinnen und Redaktion bei grundlegenden Fragen der Ausrichtung der Zeitschrift Gender zu beraten und sie bei der Einwerbung und Begutachtung von Beiträgen zu unterstützen.

Aktuelle Ausgabe „Hochschule und Geschlecht“ GENDER 1/19

Die Beiträge im aktuellen Schwerpunkt „Hochschule und Geschlecht“ – herausgegeben von Marion Kamphans, Meike S. Baader und Sandra Beaufays – liefern empirische Ergebnisse und Analysen zu der Frage, welche Folgen die Reform- und Transformationsprozesse im Hochschul- und Wissenschaftssystem für das Geschlechterverhältnis haben, wie die Kategorie Geschlecht in ihrer Vielfalt in diesen Zusammenhängen (de)thematisiert und konstruiert, aber auch wie Gleichstellung an Hochschulen aktuell kontextualisiert wird. Weiter lesen

Einen Einblick ins Heft erhalten Sie im Inhaltsverzeichnis und auf der Website der Zeitschrift GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft – dort können Sie auch Leseproben herunterladen und das Einzelheft bestellen.