FORSCHUNGSCLUSTER HOCHSCHULE UND BILDUNG

Herzlich willkommen beim Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Stiftung Universität Hildesheim.

Der Fokus im Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ liegt in der empirisch angelegten und theoretisch fundierten Untersuchung von Hochschulen und deren Situierung als Bildungs- und Wissenschaftsorganisation. Bei dieser Forschung ist sowohl der Zusammenhang zwischen Hochschule, Bildung und den Kategorien Gender und Diversity von Interesse als auch die Frage, wie die Hochschulen die Erfahrungs- und Lebenswelt ihrer Akteurinnen und Akteure gestalten und beeinflussen.

Zahlreiche Reform- und Ökonomisierungsprozesse führten in den letzten Jahrzehnten im deutschen Hochschulsystem zu Veränderungen: Zum einen die Bologna-Reform, die die Bildungsprozesse über die verschiedenen Qualifikationsstufen hinweg neu organisiert hat; und zum anderen die Einführung der Juniorprofessur, die Exzellenzinitiative, neue Besoldungsstrukturen (W-Besoldung) oder die Orientierung an den Grundsätzen des New Public Managements, die das Wissenschaftssystem neu strukturiert hat. Diese Veränderungsprozesse der Hochschulen als Bildungs- und Wissenschaftsorganisationen sind für die Perspektive des Forschungsclusters von hoher Relevanz.

Fragen, wie Akteurinnen und Akteure in der Hochschule diese durch die Reform- und Ökonomisierungsprozesse ausgelösten Dynamiken und Veränderungen wahrnehmen, einschätzen, und welche (Handlungs-)Strategien sowie individuelle Logiken sie diesbezüglich entwickeln, sind dabei von besonderem Belang. Konkrete Forschungsfragen im Cluster befassen sich daher z. B. mit den Zusammenhängen zwischen der Wissenschaftsorganisation Hochschule – mit ihren wettbewerbsorientierten Arbeits-, Beschäftigungs- und Förderbedingungen – und der individuellen Lebensführung, aber auch mit der Hochschule als Lehr- und Lernumwelt und der Zufriedenheit mit Bildungs- und Qualifikationsprozessen. Wie wirken sich also (soziale) Strukturen und Veränderungen auf hochschulische Bildungs- und Karriereprozesse aus? Wie finden Fragen von Chancengleichheit und Diversität Berücksichtigung?

Die Perspektiven des Forschungsclusters – als Alleinstellungsmerkmal – beinhalten dabei (1) eine Perspektive, die die Hochschule in gesellschaftlichen Entwicklungen und Dynamiken verortet, (2) eine Perspektive auf Hochschule als Organisation und (3) eine Subjektperspektive bzw. eine Perspektive auf Subjektivierungsprozesse der Akteurinnen und Akteure und ihren Umgang mit der modernisierten Hochschule.

Der Kategorie „Geschlecht“, das heißt der Einbezug einer wissenschaftlich fundierten Geschlechterperspektive in die Forschung, der Untersuchung von Chancengleichheit oder auch anderer kategorialer Zuschreibungen (z. B. soziale oder ethnische Herkunft) kommt in der Forschung des Clusters gleichfalls eine zentrale Bedeutung zu. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Prozessen der „hidden gender structures“, auf der Verdeckung und Subtilisierung von Geschlecht.

Die Methoden in den Untersuchungen des Forschungsclusters sind aufgrund der Berücksichtigung der verschiedenen Perspektiven meist mehrdimensional angelegt und umfassen quantitative wie qualitative Erhebungs- und Analyseverfahren.

Unsere Expertise knüpft an die bundesweite und fächerübergreifende Forschung, z. B. zur strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen (Korff/Roman 2013, Korff 2015) und zur Chancengleichheit in der Postdoc-Phase (Böhringer et al. 2015, Baader et al. 2016) an, genauso wie sie sich gleichermaßen auf die Untersuchungen zur Kompetenzentwicklung von Promovierenden (Kamphans/Nerad 2016), zur Qualitätsentwicklung in der akademischen Lehre (Kamphans/Friese 2013) oder zur Genderkompetenz von Hochschullehrenden (Kamphans 2014) stützt.

Gesamtziel dieser Forschungsausrichtung ist auf methodisch kontrollierte, intersubjektiv überprüfbare Weise professionelles, empirisches Wissen zu generieren und praktische Hinweise über das Forschungsgebiet „Hochschule und Bildung“ zu liefern, die dazu beitragen,

  • die Arbeits-, Beschäftigungs- und Förderstrukturen für das wissenschaftliche Personal der Bildungs- und Wissenschaftsorganisationen herauszuarbeiten und zu verbessern,
  • die (Strukturen der) Qualifizierungswege und Bildungsprozesse zu identifizieren und zu verbessern,
  • darüber hinaus auch eine gerechte Teilhabe und einen nachhaltigen Umgang mit wissenschaftlichen Personal zu ermöglichen sowie
  • Vorschläge für die dringend notwendige Verbesserung der Qualität des Arbeitsplatzes Hochschule zu entwickeln, um deren Qualität und Produktivität nachhaltig zu gestalten.

Seit 2009 ist das Forschungscluster als eigenständige Einheit zwischen dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und dem Institut für Erziehungswissenschaft – Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Stiftung Universität Hildesheim angesiedelt.

Das Team des Forschungsclusters lädt Sie ein, sich auf den folgenden Seiten über Projekte, Veranstaltungen und Publikationen rund um das Forschungsgebiet „Hochschule und Bildung“ zu informieren. Profitieren auch Sie von der langjährigen Expertise und fragen Sie das Team bzgl. seiner Erkenntnisse im Forschungsgebiet „Hochschule und Bildung“ an. Wir beraten Sie gern und sind offen für Kooperationen.